Zukunft: 3D-Filme
Schon die Gebrüder Lumière experimentierten 1903 in ihrem einminütigen Kurzfilm „L’Arrivee du Train“ mit 3D Effekten. Die Faszination blieb ungebrochen. In den 50er Jahren sollte 3D das Kino vor der Konkurrenz Fernsehen retten. Eine kurze Blütezeit begann. Doch schnell verschwand die Technik wieder von der Leinwand. Im Jahr 2007 erscheint die dritte Dimension wieder als Retter. Diesmal vor der neuen DVD-Konkurrenz.
Ein wichtiger Schritt: die Digitalisierung der Kinos. Immer mehr digitale Projektoren bringen die Bilder zum Laufen. Die gute alte Filmrolle wird seltener. Auf einer Festplatte oder von einem Server werden die Filme eingeladen. Mit dieser Technik ist es für die Kinos kein großer Schritt mehr, um den Zuschauer mit 3D-Bildern zu fesseln.
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/cstuecke/137350/index.html
3D-Fernsehen soll auch zu Hause möglich sein
Das britische Bezahlfernsehen “Sky” will ab 2010 Sportereignisse wie Fußball- und Rugby-Übertragungen dreidimensional ausstrahlen. Auch eine räumliche Aufführung des Ballets Schwanensee hat der Sender geplant.
Das Hollywood-Studio Disney sieht angesichts des 3D-Booms im Kino eine starke Nachfrage der Verbraucher nach dreidimensionalen Bildern auch auf dem heimischen Fernseher. “Uns erreichen ständig Nachfragen von Verbrauchern, wann sie 3D-Bilder auch zuhause bekommen können”, sagte Disney-Manager Ben Carr auf der Funkausstellung IFA 2009 in Berlin. “Unsere Umfragen zeigen auch, dass die Menschen durchaus bereit sind, dafür mit Spezialbrillen im Wohnzimmer zu sitzen. Die Verbraucher sagen uns ganz klar: Wir wollen 3D zuhause.”
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/hitec/137266/index.html
Die 3D-Zukunft
Der größte britische PayTV-Sender Sky hat in Deutschland vor kurzem das Bezahlfernsehen Premiere übernommen und strahlt in England mehr als 30 HD-Kanäle aus. Alle wichtigen Sportereignisse der britischen Insel hat Sky unter Vertrag.
Nun suchen die Verantwortlichen neue Herausforderungen und haben die Ausstrahlung von 3D-Fernsehsendungen für 2010 angekündigt. Das ist nicht wenig, immerhin gilt die Live-Übertragung in 3D derzeit als das Nonplusultra der Fernsehtechnik.
Jetzt müssen die Macher von Sky nur noch ihre Abonnenten überzeugen in einen neuen 3D-tauglichen Fernseher zu investieren und zu Hause auf dem Sofa mehr oder weniger lustige Brillen zu tragen. Wird Sky auch in Deutschland 3D-Fernsehen übertragen?
Am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt arbeiten die Wissenschaftler um Dieter Fellner mit unterschiedlichen 3D Displays, auch einem sogenannten autostereoskopischen Display, das 3D ohne Brille darstellen kann. Das Problem: diese Bildschirme benötigen 7 oder mehr räumlich versetzte identische Aufnahmen, so dass sie noch auf lange Zeit nur computergenerierte Inhalten darstellen werden können. Außerdem muss ein genauer Abstand und Blickwinkel eingehalten werden, um den 3D-Effekt sehen zu können.
http://www.3sat.de/service/pressetreff/07092009_21.html
3D-Fernsehen für alle?
Der wohl wichtigste Techniktrend des Jahres 2009 im Bereich der Unterhaltungselektronik ist der Vorstoß in die dritte Dimension: Ein 3D-Animationsfilm durfte in diesem Jahr die Filmfestspiele in Cannes eröffnen, erschwingliche Hardware, die Computerspiele dreidimensional wiedergibt, kam auf den Markt, und alle namhaften Fernsehhersteller habenangekündigt, im kommenden Jahr 3D-fähige Fernseh-Geräte zu produzieren. Einige davon werden auf der diesjährigen IFA (4.- 9. 9.2009) zu sehen sein. Der größte britische Pay-TV-Kanal Sky, der das deutsche Pendant Premiere übernommen hat, kündigte sogar an, innerhalb der nächsten Monate 3D-Fernsehen auszustrahlen. Aber wie entsteht überhaupt ein 3D-Bild im Kopf, und warum können herkömmliche Bildschirme 3D nicht darstellen? Und wie lange werden noch besondere Brillen nötig sein, um Bildinhalte dreidimensional wahrzunehmen? Die Frage stellt sich umso mehr, da sich die Industrie derzeit noch über Normen streitet, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, dreidimensionales Sehen umzusetzen. Und die entsprechenden Filme fehlen bislang auch noch.
Katharina Finger zeigt in ihrer “hitec”-Dokumentation “Die dritte Dimension”, dass dreidimensionales Fernsehen von heute nichts mehr mit den frühen Versuchen aus den 1980er Jahren zu tun hat:
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/neues/sendungen/magazin/134710/index.html
3D im Wohnzimmer
Immer mehr Anwendungen für den Heimbereich bieten Darstellungen in 3D. Die Technik ist immer besser ausgereift. Noch ist für die meisten 3D-Anwendungen eine 3D-Brille nötig. Doch in Zukunft sollen die dreidimensionalen Welten für jedermann auch ohne Brille sichtbar werden, durch so genannte autostereoskopische Bildschirme.
Der britische TV-Sender Sky arbeitet aktuell daran, seine Sendungen in die dritte Dimension zu vertiefen. Dafür haben sie ein spezielles Kamerasystem entwickelt, dass sozusagen mit zwei Kameras gleichzeitig aufnimmt. Die zwei Kameras sind nebeneinander aufgestellt. Sie sollen den Abstand der menschlichen Augen simulieren. Die Bilder, die parallel entstanden sind, werden dann im Schnittraum miteinander verwoben. Nur mit einer speziellen 3D-Brille kann man den 3D-Effekt sehen. Ohne Brille wirkt das Bild leider nur verschwommen. Das soll sich in Zukunft ändern durch so genannte autostereoskopische Bildschirme, die 3D-Bilder für das menschliche Auge ohne 3D-Brille darstellen können. Da Sky gerade kürzlich Premiere in Deutschland übernommen hat, könnte diese Technik auch demnächst bei uns in die Wohnzimmer kommen.
Besonders gut lassen sich Computer- und Videospiele für echtes 3D portieren. Passende Lösungen für den PC bietet etwa NVIDIA an. Diese sind schon für gut 150 € zu haben, vorausgesetzt man hat einen Flachbildschirm, der mindestens 120Hz darstellen kann. Doch auch für Konsolen kann 3D die nächste Evolutionsstufe sein. Die Firma BlitzGamesStudios hat beispielsweise ein System entwickelt, mit dem sich auf den aktuellen Spieleboliden XBOX 360 und PlayStation 3, Spiele in der dritten Dimension darstellen lassen.
Leider halten sich die Konsolenhersteller in Sachen 3D derzeit noch vornehm zurück. Aktuell setzt Microsoft auf 3D-Steuerung. Diese Technik haben sie gerade auf der E3 in Los Angeles vorgestellt. Eine Kamera, die unter dem Fernseher sitzt, erkennt den Spieler und seine Bewegungen im dreidimensionalen Raum. Dadurch können Spiele auf der XBOX 360 durch Gesten und Körperbewegungen gesteuert werden, ganz ohne Controller oder Fernbedienung in der Hand. Damit greift Microsoft seinen Mitbewerber Sony an, der mit der Wii seit gut zwei Jahren ein ähnliches Konzept realisiert hat und damit stetig Gewinne einfährt.
Unabhängig von Spielen und Fernsehproduktionen ermöglicht 3D auch eine ganz neue Form der Videokonferenz. Die Firma Cisco hat beispielsweise bei einer Live-Präsentation eine holografische 3D-Projektion verwendet. Cisco CEO John Chamber war real auf der Bühne zu sehen, während seine zwei Kollegen holografisch, dreidimensional und in voller Lebensgröße auf die Bühne projiziert wurden. Darth Vader lässt grüßen.
http://www.heise.de/tr/blog/artikel/Ceatec-2009-Die-dritte-Dimension-klopft-an-die-Tuer-818960.html
Die dritte Dimension klopft an die Tür
Einige meiner Kollegen sind von der japanischen Elektronikmesse Ceatec enttäuscht. Denn die ganz großen Neuigkeiten konnten sie nicht entdecken. Aber das liegt an der Natur des Geschäfts. Als Panasonic voriges Jahr den ersten Full-HD-3D-Flachbildfernseher der Welt vorstellte, sahen die meisten Beobachter die Technologie noch nicht als neuen Megatrend, obwohl sich hier deutlich sichtbar die nächste Revolution des TV-Geschäfts ankündigte. War ja nur ein Hersteller. Nach der amerikanischen CES und spätestens der deutschen IFA hatte dann aber jeder begriffen, dass da was neues kommt. Da wirkt die 3D-TV-Schwemme auf der Ceatec natürlich wie ein Deja-vu. Dennoch bietet die Messe immer noch einen Blick in die Kristallkugel, wenn man ein bisschen achtsam ist – diesmal sogar buchstäblich.
Am Eingang der Halle für Konsumelektronik (meine Bilderstrecke gibt es hier) hat die kleine Erfinderstube Holoart auf ihrem zwei Quadratmeter großen Stand eine Glaskugel ausgestellt, die durch ein hineinprojiziertes Bild zum feschen Display mutiert. Das Bild war zwar nur 2D, aber es wirkte fast holografisch und deutete dabei in die Richtung, in die sich die Unterhaltungselektronik bewegen wird: Die bisher zweidimensionale Welt von Foto und Film wird in ein 3D-Universum verwandelt. Panasonic-Chef Fumio Ohtsubo kündete am Rande der Ceatec bereits 3D-Videokameras für Normalnutzer an. “Wir gehen in die Richtung von 3D-Camcordern für Konsumenten”, sagte er, ohne einen Zeitrahmen zu nennen. Die Technik dafür hat Panasonic bereits für die professionellen Kameras der Filmstudios im Angebot. Ich könnte mir vorstellen, dass nächstes Jahr oder spätestens 2011 die ersten Prototypen gezeigt werden. (Eine 3D-Digitalknipse von Fujifilm gibt es ja schon.)
Aber wie das Geschäft es will, beginnt die Revolution ganz flach mit dem Fernseher. Sony hat gleich seine Hauptbühne der 3D-Technik verschrieben (Slogan: “make.believe”) und zeigt auf einem halben Dutzend Flachbildfernsehern Videospiele, Sport und Filme in drei Dimensionen. Auch wenn der Konzern den anderen Herstellern wie Sharp oder Mitsubishi die Schau stiehlt, der Vorreiter bleibt Panasonic. Nachdem das Unternehmenc 2008 den ersten hochauflösenden 3D-Fernseher der Welt vorgestellt hat, folgt dieses Jahr das erste Massenmodell. Der präsentierte 50-Zoll-Plasmafernseher kommt 2010 auf den Markt. Sony wird erst Monate später folgen. Die Konkurrenz dürfte noch ein bisschen länger mit der anspruchsvollen Technik ringen.
Auf den ersten Blick gleichen die Geräte den bisherigen Experimenten: Ohne Brille geht nichts. Noch immer werden zwei leicht versetzte Bilder gesendet, von denen die Gläser je eines an je ein Auge durchlässt. Das Gehirn setzt sich aus den Informationen dann ein räumliches Bild zusammen. Doch die Pixel der kommenden TV-Generation reagieren inzwischen so schnell, dass die Hersteller die zwei Bilder in voller Auflösung abwechselnd auf den Schirm schicken können. Die Kunden tragen daher statt der bisher bekannten rot-grünen Brillen neuartige Hightech-Geräte, die im Takt mit dem Bildwechsel unbemerkbar für das Auge abwechselnd das rechte und das linke Glas verdunkeln. Ein Infrarotsender auf dem Schirm dient dabei als Taktgeber. “Die Technik ist anspruchsvoll, weil die Bilder sehr genau voneinander getrennt werden müssen”, sagt ein Manager von Panasonic. Denn wenn es Überschneidungen gibt, wird das Fernsehen vom Augenschmaus zum -graus.
Ohtsubo geht davon aus, dass die Zuschauer nach einem Trommelfeuer von dreidimensionalen Hollywoodschinken und Spielen in in vier bis fünf Jahren den Wert von 3D-TV verstanden haben werden. Man addiere dazu die 3D-Kameras sowie die von Ohtsubo angedachten mobilen, brillenlosen 3D-Displays – und 3D sieht schon fast wie eine naturgesetzliche Entwicklungsstufe der Elektronik aus.
Einen weiteren Beleg für die kurz bevorstehende Zeitenwende der visuellen Wahrnehmungsgewohnheiten stellt das Heinrich-Hertz-Institut des Fraunhofer-Instituts aus, das erstmals an der Ceatec teilnahm. Die deutschen Forscher zeigen ein marktreifes, brillenloses 3D-Display, dessen gestochen scharfe Bilder sich durch Fingerzeig in alle Richtungen drehen lassen. Das Gerät taugt nicht so sehr zum Fernseher, sondern ist als virtueller Kiosk, als Werbe- oder Infodisplay gedacht.
Und so funktioniert es: Wie bei anderen herkömmlichen brillenlosen 3D-Techniken stellt eine Reihe des Displays das Bild für das rechte, eine für das linke Auge dar. Und eine Mikrolinsen-Folie sorgt für die Projektion des Bildes. Das Problem bei dieser Technik ist bisher, dass der Betrachter nur aus einem bestimmten Blickwinkel ein 3D-Bild sehen kann. Bewegt er den Kopf ein bisschen, verschwindet das räumlich Bild. Die Forscher haben das Problem dadurch gelöst, dass die Folie je nach Position und Abstand der Augen bewegt und so die Projektion angepasst wird. Die Erkennung erfolgt durch ein Kamerasystem mit zwei Objektiven, das im Bildschirmrahmen angebracht ist. Das System erkennt die Augen sowie deren Blickwinkel und berechnet die notwendige Anpassung der Mikrolinsen.
Die Qualität ist erstaunlich gut. Doch richtig rund wird das Erlebnis durch die Einfingerbedienung des schwebenden Bildes. Unterhalb des Bildschirmens ist nämlich eine Infrarotsensorenreihe angebracht, die die Fingerbewegung identifizieren kann. 3D-Objekte kann man intuitiv um alle Achsen drehen (ich habe spaßeshalber einen Mammut auf den Rücken gelegt) oder ein schwebendes Menü bedienen. Die Schaltflächen müssen dabei nicht “angeklickt” werden (die Tippbewegung auf virtuelle Schalter hat sich als ungenau erwiesen), sondern man muss nur den Finger eine Zeitlang auf die Schaltfläche halten (Zeitdauer ist einstellbar). Die Zahl der erkennbaren Finger kann erhöht werden, wurde mir versichert. Zehn Finger hat man schon für ein Großdisplay geschafft. Das 3D-Display funktioniert und wird bereits erprobt, unter anderem von einer Ölgesellschaft, wahrscheinlich zur Unterstützung des Bohrbetriebs. Auch für Medizinstudenten ist es eine nette Lernhilfe, weil sie sich etwa Skelette oder virtuelle Organe wunderbar vor Augen führen können. Auch japanische Hersteller experimentieren mit Hand- und Fingersteuerung von Menüs, aber ihre Lösungen rucken noch gewaltig.